BOOGI

BOOGI IST FREISCHAFFENDER KÜNSTLER FÜR FASSADENGESTALTUNG UND AUTOR.

Ich weiß es gibt ein ungleiches Gefälle, dass es bestimmte Branchen gibt, die eine krasse Lobby haben und ihre Lobbyist*innen in den Bundestag schicken, die kommen dann natürlich schneller an Hilfen. In der Kulturbranche ist es vielleicht ähnlich. Die großen Kulturhäuser haben eventuell noch genügend Puffer und werden auch etwas gefördert. Der ganze Unterbau, die, die dafür sorgen, dass es die Bigplayer*innen überhaupt gibt, weil sie die Akteur*innen von Morgen rekrutieren, werden hängen gelassen.

Ich finde es armselig, wie die Verhältnisse gesetzt werden. Wir haben eine sehr breite Masse an subkultureller Landschaft, die auch funktioniert. In den großen Städten kann man ganz gut sehen, wie es dort für selbstverständlich genommen wird. Wenn eine Gewerkschaft sagt, sie streikt, dann legen sie den kompletten Schienenverkehr lahm. Ich frage mich ob die Leute sich das vorstellen können, wenn zwei, drei oder vier Tage die Radios und Spotify den Betrieb einstellen würde, also alles was Musik erzeugt weg ist.


Dann würde den Leuten erst auffallen, wie sehr ihnen die Kunst fehlt.


Wie es mit mir weitergeht, steht in den Sternen. Ich gebe mir Mühe, dass ich trotzdem weiter machen kann. Für die Branche wird es ein zweischneidiges Schwert. Corona wird auf jeden Fall die Manpower in der Zukunft ausdünnen. Die andere Seite des Schwertes ist, dass die Künstler*innen sehr viel Potenzial haben, um sich Mittel und Wege zu suchen. Kunst lebt ja bekanntlich von Krisen.

Die Aufgabe der Kulturstaatsministerin ist, Hilfen für Künstler*innen zu ermöglichen und wenn es halt ein vorübergehendes bedingungsloses Grundeinkommen für die Branche ist. Es ist doch ein Unding, dass alle möglichen Wirtschaftszweige unterstützt werden, die Kultur aber nicht. Dahinter steckt eine Selbstverständlichkeit. Diese macht mich traurig und ja sie kotzt mich an.


Die Pandemie und die damit verbundenen Umstände, wie z.B. der Lockdown haben dafür gesorgt, dass ich die Grundlage meines Lebensunterhalts verloren habe und auf Vollzeit Hartz-IV-Empfänger umsatteln musste.


Ich bin froh über den halben Lockdown, aber warum musste es wieder die Kultur treffen? Die Kulturbranchen haben doch gezeigt, wie gut ihre Verfahren sind. Es gibt also genug Möglichkeiten die Kultur stattfinden zu lassen. Warum werden die Online-Events nicht gefördert? So kann man große Events stattfinden lassen, ohne, dass es eine Super-Spreader-Veranstaltung wird.

Ich denke, es gibt genügend Gründe,

die Kultur zu fördern.

Gerade in Zeiten,

wie diesen.